Architekturwettbewerbe sind ein zentrales Element der Schweizer Baukultur. Ob offener Wettbewerb, Studienauftrag oder Einladungswettbewerb — die Visualisierung spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung durch die Jury. Doch Wettbewerbsvisualisierungen folgen anderen Regeln als Verkaufsrenderings. In diesem Artikel zeigen wir, worauf es ankommt.
Wettbewerb vs. Vermarktung: Andere Anforderungen
Während Verkaufsvisualisierungen emotional ansprechen und ein Lifestyle-Versprechen transportieren, müssen Wettbewerbsvisualisierungen die architektonische Idee klar kommunizieren. Jurymitglieder — in der Regel erfahrene Architekten — schauen auf andere Dinge als Käufer: Wie überzeugend ist das städtebauliche Konzept? Wie ist die Volumetrie und Massstäblichkeit? Wie funktioniert der Bezug zur Umgebung? Welche Materialsprache wird vorgeschlagen? Die Visualisierung muss diese Fragen beantworten — ehrlich und architektonisch fundiert.
Der richtige Stil für Wettbewerbe
Viele erfolgreiche Wettbewerbsbeiträge setzen auf einen abstrahierten, eher grafischen Stil statt auf Fotorealismus. Weisse oder dezente Figuren statt fotografischer Personen. Reduzierte Farbpalette, die den Fokus auf die Architektur lenkt. Klare Kontraste zwischen Gebäude und Kontext. Atmosphärische Lichtstimmung, die Stimmung ohne Kitsch transportiert. Dieser Stil signalisiert der Jury Ernsthaftigkeit und lässt Raum für die architektonische Interpretation. Natürlich gibt es keine feste Regel — der Stil sollte zum Büro und zum Projekt passen.
Perspektiven strategisch wählen
Die Wahl der Perspektiven ist bei Wettbewerben besonders kritisch. Empfehlungen: Eine Hauptperspektive, die das Gebäude im städtebaulichen Kontext zeigt — idealerweise aus der Fussgängerperspektive am wichtigsten Zugang. Eine Perspektive, die die Einbindung ins Quartier zeigt (ggf. leicht erhöht). Bei Bedarf eine Innenraumperspektive des wichtigsten öffentlichen Raums. Vermeiden Sie zu viele Perspektiven — Qualität vor Quantität. Drei hervorragende Bilder sind besser als sechs mittelmässige.
Kontext und Umgebung
Die Einbindung in den Kontext ist bei Wettbewerben entscheidend. Jurymitglieder beurteilen, wie sensibel das Gebäude auf seine Umgebung reagiert. Achten Sie auf: Massstabsgetreue Darstellung der Nachbargebäude. Realistische Vegetation, die zum Standort und zur Jahreszeit passt. Korrekte Topografie und Geländemodellierung. Strassenmöblierung und urbane Elemente. Die Umgebung sollte realistisch, aber nicht ablenkend sein — der Fokus muss auf dem Wettbewerbsbeitrag liegen.
Timing und Kosten im Wettbewerb
Wettbewerbstermine sind oft eng. Planen Sie die Visualisierung frühzeitig in den Zeitplan ein — idealerweise drei bis vier Wochen vor Abgabe. So bleibt genügend Zeit für eine Korrekturschleife und die Integration in die Planunterlagen. KI-Visualisierungen können eine effiziente Alternative sein, wenn die Zeit knapp ist. Sie eignen sich hervorragend für konzeptionelle Darstellungen und können in wenigen Tagen geliefert werden. Bei Mirae bieten wir spezielle Wettbewerbspakete an, die auf die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen zugeschnitten sind.
Häufige Fehler bei Wettbewerbsvisualisierungen
Aus unserer Erfahrung mit zahlreichen Wettbewerbsbeiträgen kennen wir die typischen Fehler: Zu viel Fotorealismus, der von der Architektur ablenkt. Personen und Vegetation, die den Massstab verfälschen. Unrealistische Lichtstimmungen, die die Jury nicht ernst nimmt. Inkonsistenter Stil zwischen Visualisierung und Plandarstellung. Zu späte Beauftragung, die keine Korrekturschleife mehr ermöglicht.
Fazit
Wettbewerbsvisualisierungen sind eine eigene Disziplin. Sie verlangen ein tiefes Verständnis für Architektur, eine strategische Wahl von Perspektiven und Stil sowie eine ehrliche Darstellung des Entwurfs. Bei Mirae arbeiten wir eng mit Architekturbüros zusammen, um Visualisierungen zu erstellen, die die architektonische Vision überzeugend kommunizieren — und der Jury die richtigen Argumente liefern. Kontaktieren Sie uns für Ihr nächstes Wettbewerbsprojekt.
Noch Fragen?
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Offerte.
