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16. Feb 20269 Min.

Fotorealistische Visualisierung: Wie unsere Bilder entstehen

Fotorealistische Visualisierung: Wie unsere Bilder entstehen
Fotorealistische Architekturvisualisierungen wirken oft wie Fotografien — und genau das ist das Ziel. Doch hinter jedem Bild steckt ein komplexer Produktionsprozess, der Technik, Handwerk und künstlerisches Gespür vereint. In diesem Artikel nehmen wir Sie mit hinter die Kulissen und zeigen Schritt für Schritt, wie bei Mirae ein fotorealistisches Rendering entsteht.

Schritt 1: Datenaufbereitung und Import

Alles beginnt mit den Plandaten des Kunden. Wir erhalten Grundrisse, Schnitte, Ansichten und — im Idealfall — ein 3D-Modell aus ArchiCAD, Revit, SketchUp oder Rhino. Das Modell wird in unsere Rendering-Software importiert und auf Fehler geprüft: Sind alle Flächen geschlossen? Stimmen die Proportionen? Sind die Ebenen sauber strukturiert? Dieser Schritt ist die Grundlage für alles Weitere und entscheidet massgeblich über die Effizienz des gesamten Prozesses.

Schritt 2: 3D-Modellierung und Detaillierung

Falls kein Modell vorhanden ist, erstellen wir es von Grund auf. Aber auch bei übernommenen Modellen ist Detailarbeit nötig: Fensterbänke, Sockelleisten, Türgriffe, Steckdosen, Fugen — all diese Details machen den Unterschied zwischen einem erkennbaren 3D-Modell und einem fotorealistischen Bild. Wir ergänzen architektonische Details, die in BIM-Modellen oft fehlen, und bereiten das Modell für das Rendering vor.

Schritt 3: Materialien und Texturen

Materialien sind das Herzstück einer fotorealistischen Visualisierung. Wir verwenden physikalisch korrekte PBR-Materialien (Physically Based Rendering), die Licht genauso reflektieren und brechen wie echte Oberflächen. Für jedes Material definieren wir: Grundfarbe (Albedo), Rauheit (Roughness), Reflexionsstärke (Metallic), Normalmap (Oberflächenstruktur) und Displacement (Tiefenrelief). Wo nötig, erstellen wir individuelle Materialien — etwa für spezifische Schweizer Natursteine, Klinkerfarben oder Holzarten.

Schritt 4: Beleuchtung und Umgebung

Die Beleuchtung ist der grösste einzelne Faktor für den Realismus einer Visualisierung. Wir arbeiten mit HDRI-Umgebungen (High Dynamic Range Images), die realistische Himmels- und Lichtverhältnisse simulieren. Für Innenvisualisierungen setzen wir zusätzlich künstliche Lichtquellen: Deckenleuchten, Stehlampen, indirekte Beleuchtung. Die Lichtführung folgt fotografischen Prinzipien — wir denken wie Architekturfotografen, nicht wie Techniker.

Schritt 5: Kameraeinstellung und Komposition

Die Kameraperspektive bestimmt, wie der Raum wahrgenommen wird. Wir orientieren uns an den Regeln der Architekturfotografie: Augenhöhe (ca. 120–140 cm), vertikale Linien bleiben vertikal (keine stürzenden Linien), Brennweite zwischen 24 und 35 mm für natürliche Proportionen. Die Komposition folgt dem Goldenen Schnitt oder der Drittelregel. All diese Entscheidungen treffen wir bewusst — denn eine schlecht gewählte Perspektive kann selbst das schönste Gebäude unvorteilhaft erscheinen lassen.

Schritt 6: Rendering

Das eigentliche Rendering ist der rechenintensivste Schritt. Millionen von Lichtstrahlen werden durch die Szene verfolgt (Path Tracing), bis ein rauschfreies, hochaufgelöstes Bild entsteht. Je nach Komplexität kann ein einzelnes Bild zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden Rechenzeit benötigen. Wir rendern in hoher Auflösung (mindestens 4000 x 2500 Pixel für Druckqualität) und in 32-Bit-Farbtiefe für maximale Flexibilität in der Post-Production.

Schritt 7: Post-Production

Nach dem Rendering folgt die Post-Production — vergleichbar mit der Bildbearbeitung in der Fotografie. Wir optimieren Kontrast und Farbbalance, fügen atmosphärische Effekte hinzu (Lichtstreuung, Tiefenschärfe), integrieren Personen und Vegetation, korrigieren kleine Unstimmigkeiten und erstellen den finalen Look. Die Post-Production macht oft den entscheidenden Unterschied und verleiht dem Bild seine emotionale Wirkung.

Fazit

Eine fotorealistische Visualisierung ist das Ergebnis von technischem Know-how, künstlerischem Gespür und sorgfältiger Handarbeit. Jeder einzelne Schritt im Prozess beeinflusst die Qualität des Endergebnisses. Bei Mirae investieren wir in jeden dieser Schritte — weil wir wissen, dass der Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden Bild in den Details liegt. Kontaktieren Sie uns für Ihr nächstes Projekt.

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